Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


AKTUELLES: Firmung 2020 - Sie können sich noch bis zum 20. November im Sekretariat anmelden. Informieren Sie bitte auch Ihren Bekanntenkreis über diese Möglichkeit! Wir freuen uns über jeden neuen Firmling!

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, also auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntag: 11 Uhr

In französischer Sprache:

Donnerstag und Samstag: 18 Uhr 30

Alle Termine

Angedacht

Mutig voran oder ängstlich ausharren?
Was gilt nun?

Einerseits spricht Papst Franziskus von einer „Zeitenwende“ und ermuntert die deutschen Katholiken zu „einer freimütigen Antwort auf die gegenwärtige Krise der Kirche“, andererseits wendet er sich in einem Brief an das „pilgernde Volk Gottes in Deutschland“, in dem er vor „Eigenbrötelei und ideologischen Tendenzen“ warnt.

Zusätzlich scheint er den „synodalen Weg“ einzubremsen, für den sich die deutschen Bischöfe zusammen mit dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken entschieden hatten. Hierbei soll es in der Kirche in Deutschland ab dem 1. Adventsonntag zwei Jahre lang einen breit angelegten Diskussionsprozess geben, in dessen Mittelpunkt vier Themen stehen, die im Volksmund als „heiße Eisen“ bezeichnet werden: Teilen der Macht in der Kirche, Frauen in Diensten und Ämtern, Weiterentwicklung der Sexualmoral und priesterliche Lebensform. Eine Mehrheit der Bischöfe in Deutschland hält den Status quo auf diesen Feldern für reformbedürftig bis untragbar. Wir könnten die Entscheidung der Bischöfe für diesen „synodalen Weg“ und vor allem die Auswahl dieser Themen im Sinne von Papst Franziskus verstehen, der die Katholiken auffordert „mutig voran“ zu gehen.

Andererseits erhielt Kardinal Reinhard Marx als Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz in diesen Tagen zwei Schreiben aus Rom, in denen die Legitimität des synodalen Weges mit den vorgesehenen Themen in Frage gestellt wird. Die deutsche Kirche würde einen Sonderweg gehen und sich damit von der Gesamtkirche distanzieren.

Öffentlich und bei seinem Besuch in Rom weist Kardinal Marx diese Kritik mit scharfen Worten zurück. Die Bischöfe und Laien verteidigen mit einem Brief an Papst Franziskus nahezu einmütig den geplanten synodalen Weg. Kardinal Marx bestätigt dennoch die Aufforderung von Papst Franziskus, die Einheit mit der Weltkirche und die Evangelisierung selbstverständlich im Blick zu behalten.
Aus Rom zurückkommend verkündet er sichtlich erleichtert, dass es sich in keinerlei Weise um ein „Stoppschild Roms“ gegenüber dem geplanten synodalen Weg in Deutschland handle.

Die Argumentation von Kardinal Marx ist einleuchtend: „Wie kann man evangelisieren, wenn man die Glaubwürdigkeit verloren hat?“ Oder umgekehrt: „Wir müssen Hürden abbauen und die Glaubwürdigkeit wiedergewinnen, um zu evangelisieren“! Realistischerweise muss man aber eingestehen: Selbst wenn die großen Themen in der katholischen Kirche eines Tages gelöst sein könnten, wäre die Frage, wie die Menschen zu einer vertieften spirituellen Verwurzelung ihres alltäglichen Lebens kommen könnten, die dem modernen Leben mit all seinen Anforderungen gewachsen ist, noch nicht gelöst.
Deshalb ist die Alternative entweder Evangelisierung oder Veränderung der Strukturen weniger zielführend, als ein diplomatisches „Sowohl als auch“.
Als Reaktion auf die Missbrauchskrise in der katholischen Kirche muss deshalb die Frage erlaubt sein, ob es systematische, negative Einflussfaktoren in den Strukturen der Kirche gibt, die einen solchen Missbrauch zumindest begünstigt oder ermöglicht hatten.

Auch hierzu gibt es eine Doppelbotschaft des Papstes: Einerseits bestätigt Franziskus diese Zusammenhänge, indem er die Machtfrage im Blick auf einen überhöhten Klerikalismus im Zusammenhang mit Missbrauch beschreibt. Gleichzeitig scheint ihn der Mut zu verlassen, wenn er Kardinal Marx im synodalen Prozess in die Schranken weist. Was gilt nun? Mutig voran oder ängstlich stehen bleiben? Ist Papst Franziskus selbst hin – und hergerissen, wie er mit den verschiedenen Strömungen in der Kirche umgehen kann, ohne eine Spaltung zu riskieren.

„Achtung, die Zeit drängt“, so möchte man ihm entgegenrufen, denn es gibt nicht nur eine Spaltung zwischen den Bewahrern der bisherigen Strukturen und denen, die die Kirche erneuern wollen, sondern unter anderem auch zu jenen, die sich längst von der Kirche verabschiedet haben, oder sie als nicht mehr relevant für ihr Leben ernst nehmen. (2018 gab es aus der deutschen katholischen 216.000 aus der evangelischen Kirche 220.000 Kirchenaustritte). Muss dieses „Schisma“ nicht auch Anlass zum konkreten Handeln sein?

Deshalb scheint die Entscheidung des größten Teils der deutschen Bischofskonferenz (21 zu 3 bei 3 Enthaltungen) zusammen mit den Laien richtig zu sein: Auch wenn es langsam und oft zu langsam vorangeht, hat sich die Kirche in ihrer 2000-jährigen Geschichte selbstverständlich auch in ihren Strukturen immer wieder erneuert. Den Blick nur auf die Neuevangelisierung zu richten reicht heute nicht mehr aus, denn damit nähme man die derzeitige Krise der Kirche nicht ernst.
Dass die katholischen Bischöfe in Deutschland über diese Zusammenhänge ins Gespräch gehen wollen, ist ihnen nicht hoch genug anzurechnen. Sie sind die ersten und bislang einzigen weltweit, die sich zusammen mit Laienvertretern auf einen solchen synodalen Weg begeben.

Dabei ist ihnen selbstverständlich klar, dass universalkirchliche Fragen dem Papst nur als Voten übermittelt werden können. „Wir hoffen dennoch“, so Kardinal Marx, „dass mögliche Ergebnisse einer Meinungsbildung in unserem Land auch für die Weltkirche und für andere Bischofskonferenzen im Einzelfall hilfreich sein können“. Ein wenig strukturelle Kosmetik reicht allerdings nicht aus, um die Glaubwürdigkeit der Kirche zurückzugewinnen!

Wir dürfen gespannt sein, ob die Kirche mutig voran geht oder ängstlich stehen bleibt.
Gegebenenfalls könnten wir sogar selbst etwas dazu beitragen?

Das fragt sich Pfarrer Markus Hirlinger

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