Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, also auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntag: 11 Uhr

In französischer Sprache:

Donnerstag und Samstag: 18 Uhr 30

Alle Termine

Angedacht

Notre Dame steht in Flammen, unsere Kirche brennt!

Unfassbar, unvorstellbar und doch ist dies am Montag, den 15. April 2019 zu Beginn der Karwoche traurige Realität geworden. Auch dieses Datum wird sich in das Gedächtnis der Menschen einprägen.

Viele strömten zusammen, Angst und Sorge wurden von einer „andächtigen“ Stille durchdrungen. Menschen schwiegen, staunten, begannen zu beten, während andere Entscheidungen trafen und kämpften und auf diese Weise die Substanz und viele Kostbarkeiten und Schätze retten konnten! Die Feuerwehrleute haben hervorragende Arbeit geleistet und wurden entsprechend geehrt. Sie werden ihren Einsatz nie vergessen und später davon ihren Enkelkindern erzählen.

Über Paris und Frankreich hinaus gab es viele öffentliche und private Zeichen der Anteilnahme, Betroffenheit und eine große Spendenbereitschaft.

Warum diese außergewöhnlich große Anteilnahme?

„Notre Dame hatte sich in die französische Seele eingeschrieben und ist ein gewichtiges Element des kollektiven Gedächtnisses geworden“, so konnte man in den Medien lesen. Hier haben große Ereignisse der Geschichte Frankreichs ihre Mitte gefunden. Bei Ereignissen wie Kriegen, Katastrophen oder Epidemien wurde dort um Einsicht des Himmels und der Menschen gefleht. Siege, Versöhnungen, Friedensschlüsse wurden hier verkündet und dankbar gefeiert. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts wurde die Kathedrale für Beisetzungsfeiern großer Politiker und noch vieles mehr genutzt. Nachdem sie die Franzosen durch ihre ganze Geschichte begleitet hatte, war Notre-Dame in Momenten der Trauer und der Verzweiflung immer ein Fels in der Brandung, und umgekehrt trauert nun ganz Frankreich in einem Moment, da dies ins Wanken gerät.

Darüber hinaus gab es Suchende, Zweifelnde und Gläubige aus der ganzen Welt, die bei ihrer Reise nach Paris auch Notre-Dame besucht und möglicherweise in persönlichen Anliegen eine Kerze entzündet haben. Ein Licht, das für ihre Anliegen weiterbrennen möge, selbst wenn sie schon weitergezogen sind!

„Unsere Kirche brennt und verbrennt doch nicht“! Mose stand in einer Lebenskrise vor einem brennenden Dornbusch, der nicht verbrannte, in dem er aber die Gegenwart Gottes und dessen Namen „Ich-bin-da“ erfuhr und in sich einprägte.

Der alttestamentliche Jakob, der später den Namen „Israel“ erhielt, schlief auf seiner Flucht vor seinem Bruder auf einem Stein und hatte einen einprägsamen Traum, in welchem Engel wie auf einer Leiter auf- und niederstiegen. Er salbte den Stein und bezeichnete diesen Ort als „Heiligen Ort“, da er hier Gott begegnet war.

Auch Notre Dame wurde zu einem „Heiligen Ort“, der Gottesbegegnung, der sich „eingeprägt“ hat. Bei der Weihe der Kathedrale wurde ein Stein, der Altar selbst mit Öl gesalbt und damit bezeugt, dass dies nicht nur ein Haus aus Stein sein möge, sondern eines das eine andere Bestimmung haben solle. Wer in Notre Dame eintritt wird schon durch die Architektur und ihre Ausstrahlung in jene Dimension mitgenommen, die Irdisches transzendiert. Dies können auch dem Glauben oder der Kirche distanzierte Menschen wahrnehmen.

Christlich Glaubende denken bei „Notre Dame“ aber nicht nur an ein beeindruckendes Gebäude aus dem 12. Jahrhundert, sondern an Maria, die als Mutter Jesu, Gott in sich Raum gibt. In ihr tritt Gott in Jesus Christus in den Raum unseres irdisches Daseins  und verkündet durch Maria: „Ich bin da!“ Seine göttliche Kraft und Dynamik und das unauslöschliche Feuer seiner Liebe drängt ihn, das Leben mit den Menschen hautnah zu teilen. Für diese Transzendenzerfahrung und Gnade Gottes steht Maria, „Notre Dame“! Die unbeschädigte gotische Statue aus dem 14. Jahrhundert rechts neben dem Altar zeigt Maria in dieser bleibenden und zärtlichen Zugeneigtheit und unauslöschlichen Liebe zu ihrem Sohn. Man bezeichnet sie auch als „Notre Dame de Paris“.

Wir dürfen unsere Erleichterung und Dankbarkeit über den Ausgang des Brandes und das Staunen über dieses unfassbare Gebäude hinaus auch auf Gott hin ausrichten, der sich uns Menschen in Freude und Not durch die gesamte Geschichte unseres Lebens hindurch zugeneigt hat. Durch die Karwoche des Lebens und manchen persönlichen Karfreitag hindurch bleibt er den Menschen als Auferstandener zugeneigt. Dieser österliche Glaube mag sich bleibend in unsere Seele einschreiben, und uns als Einzelne aber auch als Glaubensgemeinschaft der Kirche trotz ihrer Nöte und Wunden mit Zuversicht und Vertrauen erfüllen!

Diese Zuversicht schöpfen wir auch aus Treue und Verbundenheit mit jenen Menschen, die im Jahr 1163 den Grundstein gelegt, die Kirche mit Öl gesalbt und gemäß ihrem Glauben konzipiert und mit ihrem Bau begonnen haben, ohne deren Fertigstellung je erleben zu dürfen.

Welch eine Glaubensgröße! Möge sie sich in die Seele und das kollektive Gedächtnis ihrer Nachfahren einprägen!

Als solidarische Kirche, die sich aus lebendigen Steinen versteht, sind heute wir als Baumeisterinnen und Baumeister gefragt! Denn auch wir wurden in der Taufe mit Chrisam gesalbt und zu Kindern des einen Gottes berufen, der in uns und in den Menschen der kommenden Generationen bleibend wohnen und als der „Ich-bin-da“ wirken möchte.

Pfarrer Markus Hirlinger

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