Sankt Albertus Magnus Paris
Katholische Gemeinde deutscher Sprache
So finden Sie uns:
38, rue Spontini
75116 Paris
M° Porte Dauphine
Seien Sie herzlich willkommen…
…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!
Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.
Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)
Unsere Gottesdienste
In deutscher Sprache:
Sonntags um 11 Uhr
In französischer Sprache :
Samstags um 18:30 Uhr
Angedacht
Mariä Lichtmess und die Spatzen!
Es soll ein sympathischer und gewinnender Typ gewesen sein, Giovanni Bosco, genannt Don Bosco, dessen Gedenktag die Kirche jährlich am 31. Januar, zwei Tage vor Mariä Lichtmess am 2. Februar feiert. Vor 210 Jahren wurde er in der Nähe von Turin in Italien geboren und wuchs in schwierigen Bedingungen in einer armen Bauersfamilie auf.
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen…!“ Das war sein bekanntes Lebensmotto, mit dem er es später als Priester geschafft hatte, Kindern und Jugendlichen, die in damaligen schweren Zeiten der aufkommenden Industrialisierung kein Dach über dem Kopf hatten, konkrete Hilfe, Vertrauen und Zuversicht zu ermöglichen. Ein Motto voller Heiterkeit, Hilfsbereitschaft und Optimismus, humorvoll, leidenschaftlich und von unerschütterlichem Gott-vertrauen.
Sein Lebensmotto passt aber scheinbar so gar nicht in unsere Zeit. Seien es die Kriege und deren Folgen, unter denen so viele Menschen leiden, seien es politische Krisen samt Wahlen mit alten und neuen Präsidenten, die die Welt beunruhigen und bedrohen. Dazu gehören die wirtschaftliche Unsicherheit, die Folgen des Klimawandels oder soziale Ungerechtigkeit und das unfassbare Leid, das Menschen verursachen, die durch extremistische Einstellungen oder psychische Krankheiten zu Tätern werden. Es gibt Tage, da scheint der persönliche Schmerz unüberwindbar, und die globale Situation wirkt wie ein gewaltiger Sturm, der uns zu Beginn eines neuen Jahres erfasst.
Die Weisheit von Don Bosco scheint den Ernst der verschiedenen Situationen kaum ernst zu nehmen. Dennoch will uns dieser tiefgründige Satz gerade nicht nur in guten Zeiten eine Orientierung geben, sondern besonders in schwierigen Momenten Trost und Hoffnung spenden. Don Bosco fordert uns nicht zu einer oberflächlichen Fröhlichkeit auf, die die Realität der Not ignoriert. Vielmehr geht es um eine innere Haltung, die uns hilft, trotz aller Sorgen den Blick für das Gute zu bewahren.
Fröhlich zu sein bedeutet, den Alltag mit Dankbarkeit zu leben, auch in den kleinen Dingen. Es ist eine Haltung der Resilienz, die uns nicht vor den Heraus-forderungen des Lebens schützt, aber uns befähigt, ihnen mit innerer Stärke zu begegnen. Denn Fröhlichkeit entsteht nicht nur durch äußere Umstände, son-dern auch durch die Fähigkeit, in Dunkelheiten einen Funken Licht zu erahnen und zu finden.
Das Fest Mariä Lichtmess am 2. Februar, lässt diesen Funken nicht nur für den alten und weisen Simeon aufscheinen. Er darf Jesus, der von Maria und Josef kurz nach seiner Geburt in den Tempel gebracht wurde, bergend in seine Arme schließen. Sondern es ist ein Fest, das die Ankunft des Erlösers für die gesamte Welt feiert und allen Menschen Hoffnung, Trost und Orientierung anbietet. Es lädt ein, das eigene Leben im Licht Christi, eines Gottes, der die Welt aus eigener Erfahrung kennt, zu sehen und so zu verstehen, dass der Weg des Glaubens auch in schwierigen Zeiten ein Weg des Lichtes und der Erlösung sein möchte.
„Gutes tun“? Auch wenn es unmöglich scheint, die Welt zu verändern, können wir immer noch etwas bewirken. Es sind nicht nur große Taten gefragt, die die Welt verändern, es sind die vielen kleinen Gesten der Nächstenliebe, die eine Kettenreaktion in Gang setzen können. Ein freundliches Wort, eine helfende Hand, das Ohr, das zuhört, all diese und andere Dinge haben eine Kraft, die weit über den Moment hinauswirkt. In einer Zeit, die von Polarisierung und Entfremdung geprägt ist, kann jede noch so kleine Tat der Güte und Solidarität wie ein Lichtstrahl wirken, der die Dunkelheit ein Stück weit vertreibt.
Der letzte Teil des Lebensmottos Don Boscos „die Spatzen pfeifen lassen“, mag auf den ersten Blick wie eine Aufforderung zum Ignorieren der Sorgen wirken. Doch es geht nicht darum, die Realität zu verdrängen oder sich in eine Welt der Ignoranz zu flüchten. Vielmehr ermutigt uns Don Bosco, uns nicht von der Angst oder den Sorgen der Welt beherrschen zu lassen.
Dahinter verbirgt sich eine Einladung, das Leben nicht nur als eine Aneinanderreihung von Problemen zu sehen, sondern auch als ein Geschenk, das es zu schätzen und zu bewahren gilt. Es ist ein Ruf zur Achtsamkeit – gegenüber den Bedürfnissen der anderen und gegenüber den eigenen inneren Quellen der Kraft und des Vertrauens. Die Weisheit, „fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“ kann uns helfen, auch in den dunkelsten Zeiten Licht zu finden und das Leben als Geschenk zu begreifen. Es gilt unsere Aufmerksamkeit demnach nicht ausschließlich auf Schweres zu richten, sondern behutsam und mit Achtsamkeit auch auf das zu blicken, was uns das Leben dennoch ermöglicht!
Mit dem Kind der Hoffnung auf dem Arm und einer tief verwurzelten inneren Zuversicht kann Simeon jenen Satz sprechen, der zum berühmten Lobgesang geworden ist:
„Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Denn meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet und Herrlichkeit für dein Volk Israel“ (Lk 2,29-32).
Vielleicht dürfen wir uns mit Don Bosco, dem „Heiligen der Spiritualität der Freude“, und dem Fest Mariä Lichtmess wenigstens hier und da eine Auszeit gönnen und ein wenig anstecken lassen und das Leben auch im eben begonnenen Jahr trotz vieler komplexer Themen dankbar genießen!
„Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen…!“
Das wünscht auch ihr Pfarrer Markus Hirlinger