Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


Seien Sie herzlich willkommen in unserer Gemeinde und zu unseren Gottesdiensten ! 

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.

Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

Unsere Gottesdienste 

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr 

In französischer Sprache :

Samstags um 18:30 Uhr

Angedacht

Fastenzeit – Mut, sich berühren zu lassen!

„Immer wieder frage ich mich bis heute, woher ich den Mut hatte, das Haus des Pharisäers zu betreten und mich Jesus so zu nähern, wie es damals wie von selbst geschah.

Manche behaupten, ich hätte mit ihm spielen, ihn mit meinen Reizen verführen wollen. Andere sagen, ich hätte mich in ihn verliebt.
Was sie anscheinend nicht sehen können: Diese Begegnung hat mein ganzes Leben verwandelt und geprägt.

Jesus saß dort, selbst umgeben von Erwartungen, Regeln und stillen Urteilen. Und doch strahlte er in seinen Gesten, in seiner Stimme und in seinen Augen eine menschliche Wärme aus, die mich bis ins Innerste berührte. Bei ihm fühlte ich mich gesehen – nicht bewertet. Ich wollte einfach in seiner Nähe sein, ihm etwas Gutes tun.

So kniete ich mich hinter ihn. Plötzlich rührten sich Tränen unaufhaltsam, Tränen, gesammelt über Jahrzehnte. Sie fielen auf seine Füße, und ich trocknete sie mit meinem Haar. Diese Tränen erzählten von Verletzungen, die mir zugefügt worden waren – und von jenen, die ich anderen zugefügt hatte. Gleichzeitig sprachen sie von einem tiefen Glück, von einer Hoffnung, die ich kaum kannte.

Mit dem kostbarsten Öl, das ich mitbringen konnte, salbte ich seine Füße. Und er wich nicht zurück, sondern ließ es geschehen. Er ließ sich von mir berühren. Es entstand eine heilsame Nähe, für die mir bis heute die Worte fehlen.

Andere sahen nur meine Vergangenheit. Jesus aber sah meine Sehnsucht.     Viele Männer hatte ich in meinem Leben schon berührt, oft gut entlohnt dafür. Doch was ich von Jesus empfing, war unendlich mehr wert als alles, was ich je erhalten hatte. Er sah mich nicht als Objekt. Er schenkte mir Respekt, Würde und Achtung.

In diesem Haus gebildeter Männer, die mich nach ihrer Tradition kaum als Frau wahrnahmen, hat Jesus mich völlig anders gesehen. Er hielt mir nichts vor. Er verlangte keine Rechtfertigung, keine Erklärung. Und dann sagte er etwas, das alle überraschte – und mich für immer veränderte:

„Deine Sünden sind dir vergeben. Dein Glaube hat dich gerettet. Geh in Frieden!“

Nicht meine Tränen haben mich gerettet. Nicht mein Opfer für das kostbare Salböl. Sondern mein neu erfahrenes Vertrauen, dass ich bei Gott nicht verloren, sondern geliebt bin!

Ich ging anders, als ich gekommen war. Nicht makellos – aber frei. Mit einem neuen Blick auf mich selbst, mit neuem Selbstwert und mit Respekt vor mir selbst und den anderen. Mein Leben veränderte sich von innen heraus.

Und meine Beziehung zu Jesus? Ich bin ihm treu geblieben, sogar über seinen Tod hinaus. Ich habe gelernt, ihn anders zu lieben, als ich es zuvor gewohnt war. Und ich weiß, er hat auch mich geliebt – so, wie er Menschen liebt: aufrichtig, heilend, in wertschätzender Anteilnahme.

Heute frage ich mich, ob Menschen, die meine Geschichte hören oder lesen, sich ebenfalls von ihm berühren lassen wollen. Von ihm – und von seinem und dem barmherzigen Vater, den er verkündet hatte. Als seine Jüngerin würde ich am liebsten alle von Herzen dazu ermutigen!“

Liebe Mitchristen,

vielleicht könnte eine Selbstreflexion dieser Frau nach ihrer Begegnung mit Jesus aus Nazareth so oder so ähnlich klingen?

Die in diesem Monat am Aschermittwoch beginnende Fastenzeit lädt auch uns zu einer verwandelnden Nähe ein: zur ehrlichen Begegnung mit uns selbst und unserer eigenen Geschichte – mit all ihrem Auf und Ab. Vor allem aber zur Begegnung mit dem barmherzigen Gott, in dessen Nähe uns Jesus Christus führen will.

Diese Zeit kann uns dabei auch erfahren lassen, wie befreiend möglicher Verzicht sein kann: Verzicht auf das, was uns sonst zu sättigen scheint – um offen zu werden für eine heilsame Begegnung mit ihm und seinem barmherzigen uns liebenden Vater!

Das meint Ihr Pfarrer Markus Hirlinger