Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


 Seien Sie in der Ferienzeit weiterhin sehr herzlich zu unseren Gottesdiensten willkommen. Anmeldungen sind nicht erforderlich. Wir freuen uns auf Sie! – – – – –  Unser digitales Zusatzangebot steht Ihnen weiterhin zur Verfügung.  

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.

Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Gottesdienste Juli/August:

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr

In französischer Sprache :

Samstags um 18:30 Uhr

Alle Termine

Angedacht

Die wichtigste Nebensache der Welt …

… bewegt wieder die Gemüter und Europa fiebert mit! Seit 2020 haben viele schon auf die Fußball-Europameisterschaft gewartet und dürfen sie in diesen Wochen – um ein Jahr verschoben – als schöne Abwechslung vor den Sommerferien erleben. Spannende Spiele erzeugen riesige Emotionen und bringen Überraschungen, Freude und Lebensgenuss aber auch Enttäuschung, Wut und Trauer!

Die Welt steht Kopf. Der Favorit und Weltmeister Frankreich verliert in einem bewegenden Spiel gegen die Schweiz, die es seit 67 Jahren nicht mehr in ein Viertelfinale geschafft hatte.  Ähnlich ergeht es dem Europameister Portugal, der gegen Belgien ausscheidet. Manchmal scheint der kleinere David gegen den Riesen Goliat doch eine Chance zu haben, wenn er bis zur letzten Minute an sich glaubt.

Und nun scheidet Deutschland, der dreifache Europameister im Achtelfinale gegen England so früh aus dem Tournier aus. Man hätte es Jogi Löw, seiner Mannschaft und uns selbst doch ganz anders gewünscht und zugetraut! Welch eine Enttäuschung! Und welch eine Freude auf der anderen Seite!

Vielleicht aber ist trotz Kampf und Gegnerschaft im Spiel wichtiger und berührender, dass sich Menschen wieder zu einer großen Fußballfamilie zusammenfinden. Das Bemerkenswerte dabei ist, dass sich Menschen der unterschiedlichsten Milieus und Generationen als eine emotional verbundene Gemeinschaft fühlen.

Dabei könnte eine Nebensache zu einer Hauptsache werden, wenn die Spieler und Zuschauer bereit wären, vom Fußball für ihren Alltag zu lernen. Denn das Bewusstsein zusammenzugehören könnte auch in anderen Lebensbereichen ansteckend wirken und die Realität verändern. In Familien, Vereinen, Schulen und Unternehmen, in Städten, Gemeinden und auch in den verschiedenen Nationen?

Denn zunächst geht es beim Fußball um ein gutes Zusammenspiel zwischen den Spielern in einer Mannschaft, um ihr Ziel zu erreichen. Dabei müssen von allen Seiten akzeptierte Regeln eingehalten, kontrolliert und falls nötig auch geahndet werden, um gleiche Chancen für alle Beteiligten zu gewährleisten!

Je nach Fähigkeiten werden die Spieler in unterschiedlichen Positionen eingesetzt. Eine gute Verteilung der Aufgaben, die den Begabungen einzelner Personen entspricht, scheint allerdings in unserem Alltagsleben nicht immer zu gelingen. In einer Familie passiert es, dass die Kinder, die Geschwister oder der Partner sich lieber auf die Ersatzbank zurückziehen, ohne Interesse an einem guten Zusammenspiel zu zeigen. Manchmal aber zieht eine Person zu viele Aufgaben an sich, dass andere zu wenig Spielraum bekommen, um in ihr Spiel hineinzufinden.  Hier hieße es, den Ball immer wieder abzugeben, wenn andere eine günstigere Position haben oder in diese hineinwachsen könnten, sofern man es ihnen erlaubte.

Dazu gehört andererseits die Bereitschaft, den Ball aktiv anzunehmen. Ich könnte mich auch verstecken und abwarten bis andere vor mir am Ball sind.  In solch einer Situation hieße es, mit aufmerksamen Augen und einem berührbaren Herzen wahrzunehmen, wie sich das Leben gerade abspielt und ich mit meinen Fähigkeiten und Einsatzbereitschaft für die Gemeinschaft um mich herum oder auch für die größere gefragt bin. Wunderbar wäre es, wenn wir Zuschauer ein wenig der Emotionalität, die in einem Fußballspiel entsteht, für das Engagement für eine schöne und gerechtere Welt einbrächten. Wir dürften hier und da die Zuschauerrolle gegen die aktive Rolle austauschen.

Dieses Spiel kann allerdings nur dann durchgehalten werden, wenn die Luft nicht ausgeht und wenn nötig bis in die Verlängerung ausreicht. Nicht nur beruflich, sondern auch in anderen Lebensbereichen kommen viele an ihre Grenzen und achten zu wenig auf ein sinnvolles Tempo und Maß, welches auch auf lange Sicht durchgehalten werden kann. Es gibt Zeiten, in denen wir unter Strom stehen und überall am Ball sein wollen. Es braucht Pausen, damit die Kräfte für den Alltag ausreichen. Fußballspieler gönnen sich solche Pausen und lassen sich dabei sogar pflegen und neu motivieren.

Ein besonders wirkungsvoller Pfleger könnte dabei auch Gott sein, wenn wir ihn in unserer Welt mitspielen ließen. Er selbst stand schon vor 2000 Jahren aktiv auf dem Platz und kennt daher unsere menschlichen Bedürfnisse, Grenzen und Wunden wie kein anderer. So kann er im Spiel des Lebens heilend wirken und Menschen in den verschiedensten Lebensbereichen mit der nötigen Zuversicht, Spielfreude und Kraft ausstatten!

Ihn auf die Ersatzbank zu schicken oder im Abseits stehen zu lassen, hieße jenen Teamgeist auszuschließen, der uns helfen könnte, das Leben umfassend und bis zum Abpfiff und vermutlich sogar darüber hinaus, zu gewinnen. Wer ihm Raum gibt und im Auf- und Ab seines Lebens mitspielen lässt, wird letztlich als Gewinner vom Platz gehen und erfahren, dass dies wesentlich mehr ist als eine spannende Abwechslung vor den sehnlichst erwarteten Sommerferien!

So meint ein Mitspieler und Pfarrer

und wünscht schöne und erholsame Ferien!

Markus Hirlinger