Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


 Zur Teilnahme an unseren Gottesdiensten tragen Sie sich bitte in die entsprechenden Listen ein.  – – – – –  Unser digitales Zusatzangebot steht Ihnen weiterhin zur Verfügung.  

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr

Anmeldung zu den Gottesdiensten

In französischer Sprache :

Donnerstags und samstags

um 18:30 Uhr

Alle Termine

Angedacht

Straßentheater Fronleichnam?

Obwohl es manche lieber sähen, wenn Christen sich innerhalb ihrer Kirchenmauern aufhielten und sich nicht öffentlich in Politik und Gesellschaft einmischten, können Christen nicht anders: Es gehört zu ihrem Ursprung und Selbstverständnis, dass sie auf die Straße gehen und für ihre Überzeugung eintreten. Katholiken tun dies in ausdrücklicher Weise am Fest Fronleichnam, welches sie zehn Tage nach Pfingsten feiern. Doch sie inszenieren dabei weder ein Theater, noch stellen sie ihre Frömmigkeit zur Schau, sondern sie verweisen in einem Stück Brot auf die Mitte ihres Glaubens. Das in der Eucharistiefeier verwandelte Brot wird in einem Schaugefäß gezeigt und steht für die bleibende Gegenwart Gottes in der Welt.

In normalen Zeiten sind es in Österreich, Deutschland, der Schweiz und an vielen Orten der katholischen Welt sinnlich erfahrbare Rituale mit Prozessionen samt stolzen „Himmelsträgern“, mancherorts auch mit einer Musikkapelle, die auf diese Mitte hinweisen. Dazu kommen liebevoll gestaltete Blumenteppiche und aufgeregte Erstkommunionkinder, Ministranten stolz mit Weihrauchduft, Fahnen und vielem mehr, was vor allem katholische Herzen höherschlagen lässt. Manchen wird das in der aktuellen Situation und im laizistischen Frankreich schmerzlich fehlen.

Dabei ist es keine pure Lust am Prunk oder Zurschaustellung, sondern unser Gottesverständnis selbst, das uns so ausdrucksstark feiern lässt. Denn selbst Gott kann aufgrund der sich verströmenden Dynamik seiner Liebe nicht anders, als sich aus dem Schutz des Himmels auf die Bühne des menschlichen Lebens zu begeben und diese hier einzuspielen. Für ihn ist es kein Spiel, denn er nimmt mit aller Konsequenz die Gestalt eines Menschen an und kommt in Jesus Christus zur Sprache. Dieser wird selbst zum überzeugendsten Demonstranten für den Weg Gottes in unser Menschsein und unsere Welt.

An Fronleichnam geht es um ihn, den Leib („lichnam“) des Herrn („fron“), mit dem weder ein toter Leib noch dessen körperliche Beschaffenheit gemeint ist. Wir verstehen unter Leib das gesamte leidenschaftliche und verletzliche Leben Jesu Christi für die Welt, das Gott in der Auferstehung bestätigt und vollendet hat.

Für dieses Ereignis steht das Stück Brot und der Schluck Wein, den Jesus im Abendmahlssaal mit seinen Freunden geteilt und auf sich, sein Leben und seine Lebenshingabe gedeutet hat.

Dafür gehen Katholiken nach über 2000 Jahren noch auf die Straße und demonstrieren mit einem hauchdünnen Scheibchen Brot. Dieses ist transparent für die tiefere Wirklichkeit, dass Menschen heute noch durch dieses Brot in der Tiefe ihrer Existenz berührt und genährt werden.

Vielleicht verstehen selbst Kritiker, dass sich Christen mit dieser Überzeugung nicht hinter die Kirchenmauern zurückziehen können, obwohl wir dies entgegen unserem sonstigen Brauch in diesem Jahr leider tun müssen. Darum gehört die Kirche grundsätzlich in die Welt!

Gleichzeitig darf nicht vergessen werden, es gilt auch umgekehrt: Die Welt gehört in die Kirche! Was Menschen in ihrem Hunger nach erfülltem Leben und in ihren Fragen und Sorgen bewegt, muss hier zur Sprache kommen dürfen, mögen es für die Kirche auch unbequeme Fragen sein, die den Menschen unter den Nägeln brennen.

So macht Fronleichnam für die Erfahrbarkeit Gottes mitten im Leben sensibel. Von dieser Lebensquelle geben Christen in ihren Familien und in ihrem Umfeld Zeugnis und wirken in ihrem Engagement nicht nur an Fronleichnam in ihre moderne Stadt oder ihr nahes Umfeld hinein. Mit diesem Brot, das die Realität und bleibende Gegenwart Gottes widerspiegelt, können sie sich sehen lassen und auf die Straße und zu den Menschen gehen. Und diese wiederum bräuchten nicht nur Zuschauer zu bleiben, sondern dürften sich, wie dieses eine Stück Brot selbst verwandeln lassen.

Fronleichnam ein Theater? Wenn es darum geht, Gott und die Welt zur Sprache zu bringen, selbstverständlich gern!

Pfarrer Markus Hirlinger