Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


    – Informationen zu unserem neuen Erstkommunionweg 2026-2027 sind hier möglich.  –  –  – Seien Sie herzlich willkommen in unserer Gemeinde und zu unseren Gottesdiensten –

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.

Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

Unsere Gottesdienste 

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr 

In französischer Sprache :

Samstags um 18:30 Uhr

Angedacht

Papst Leo an einem historisch bedeutenden Ort: Place de la Concorde        

Wow, es ist kaum zu glauben! 800.000 Menschen schaffen es, während des Gottesdienstes mit Papst Leo XIV. am Place de la Concorde und auf den Champs-Élysées in absoluter Stille zu verweilen. Dies gelingt unter anderem während der Gebete und der Predigt, aber vor allem auch während des Empfangs der Kommunion.

Vielleicht könnten wir es so deuten: Die Anwesenden spüren in diesen Momenten, dass etwas geschieht, das absolute Aufmerksamkeit und Wertschätzung verdient, sodass dabei alle miteinander zu einer Einheit werden. Absolute Stille in einer solchen Menschenmenge verbindet und öffnet für manche Momente auch einen mystischen Raum, in dem Gott Platz finden kann.

„Einheit“ am Place de la Concorde, am „Platz der Eintracht“: Zur Zeit der Französischen Revolution steht dieser Ort mit der Enthauptung von König Ludwig XVI. und Marie Antoinette im Jahr 1793 durch die Guillotine für Spaltung, Gewalt und Tod. Zwei Jahre später erhält der damalige „Place de la Révolution“ den Namen „Place de la Concorde“, weil sich die Menschen nach Versöhnung sehnen. Der Name bildet damit ein historisches Gegenstück zu dem, was wenige Jahre zuvor geschieht. Auch heute leidet Frankreich unter einem Riss, der mitten durch die Gesellschaft und die Politik geht und viele sehnen sich nach einer Alternative.

Genau an diesem Ort wird nun zum ersten Mal in der Geschichte Frankreichs mit Papst Leo eine Eucharistie gefeiert – ein Mahl der Liebe, das auf der Lebenshingabe und dem Opfer Jesu Christi gründet und jede Spaltung zu überwinden sucht. Er steht mit seinem Leben und seiner Botschaft dafür, dass Gott die Menschen liebt und sie als gleichberechtigte Geschwister in Eintracht miteinander führen möchte. Selbst wenn sich nur wenige Besucher über diesen Ort und seinen Namen Gedanken machen, können sie den dahinter verborgenen Sinn vielleicht unbewusst in diesen Momenten der Stille in sich und um sich herum erspüren.

Eine ähnliche „Eintracht und Verbundenheit“ ist aber auch in den lauten Momenten zu erahnen, wenn die Menschen immer wieder in spontanen Applaus und Jubel ausbrechen. Dies geschieht vor allem bei jenen Menschen, an denen Papst Leo vorbeifährt. Ganz nebenbei bemerkt reagieren auch die meisten der 2.400 Priester, mit denen ich selbst in der Nähe des Altares sitzen darf, statt mit priesterlicher Würde mit spontan ausgelassenem Jubel. Wir sind halt auch nur Menschen!

Noch bewegender ist es jedoch, als der Großteil der 800.000 Besucher gemeinsam jubelt. Es sind jene Momente, in denen Papst Leo sich vor allem den Kindern mit Einschränkungen zuwendet, sie auf seinen Arm nimmt und segnet. Vermutlich sind viele davon berührt, weil sie diese menschliche und sehr zugewandte Seite des Papstes schön finden.

Bei weiterem Nachdenken darüber, an welchem besonderen Ort dies geschieht, kann uns noch etwas Tieferes bewegen: Diese Gesten finden auf den Champs-Élysées statt, der wohl bekanntesten Prachtstraße der Welt, auf der sonst der Duft der Welt zu riechen ist und auf der Schönheit, Stärke und Reichtum der Gewinnerseite der Menschheit zu Hause sind.

Vielleicht steckt hinter dem spontanen Applaus in diesen Momenten auch ein Gefühl, das die meisten der Anwesenden miteinander verbindet: Da steht dieser Mensch der Kirche für ein anderes Menschenbild. Er steht für eine Kirche, die nicht trennt, sondern eint und die aufgrund ihres Glaubens an den menschgewordenen Gott alle Menschen als Geschwister versteht und um deren Wert und Würde weiß, selbst wenn sie nicht zur Gewinnerseite dieser Welt gehören. Auch wenn es nur wenige Momente sind, in denen die Anwesenden dies so spüren, führen diese sie dennoch in eine „Kommunion“ und Eintracht, die bei manchen über diese Tage des Papstbesuches hinausreichen könnte.

Wir haben als deutschsprachige Gemeinde in Paris das Glück, mit 80 Plätzen, die uns zugewiesen werden, ganz nah dabei sein zu dürfen. Einige sind bereit, als Helfer zu den 14.000 äußerst freundlichen Menschen zu gehören, die ihren Beitrag leisten, damit diese Tage in Ruhe und Frieden ablaufen können. Lesen Sie hier Eindrücke u.a. von dreien unserer Bundesfreiwilligen:

„Den Papst im Stade de France so nah zu erleben, ist für mich ein besonderer Moment. Vor allem die Atmosphäre und das Gefühl der Gemeinschaft unter den vielen jungen Menschen werden mir noch lange in Erinnerung bleiben.“ (Ruth Reker)

„Alle freuten sich, den Papst zu sehen, zu hören und helfen zu dürfen. Der Freitagabend im Stade de France war unglaublich!“ (Sofia Heudorfer)

„Ich bin überrascht, wie viele Jugendliche trotz der Laizität dabei sind. Für mich ist es ein Ereignis voller Lebensfreude und Gemeinschaft, und die besondere Stimmung beeindruckt mich sehr.“ (Elisabeth Schmitt)

Im Blick auf die eingeschränkte Sicht durch das Fahnenschwingen schreibt Sabine Salat: „Mir ist es egal, ob ich ihn sehe … mir ist wichtiger, dass ich da sein kann, um den Menschen eine Freude zu machen. Als Freiwillige habe ich ein Stück meiner menschlichen Lebenskraft, meines Engagements und meiner christlichen Liebe gegeben, damit durch diesen Beitrag die Menschen einen wunderbaren Tag verbringen können.“

Über diese persönlichen Eindrücke hinaus gibt es selbstverständlich sehr viele wichtige und bisweilen auch provozierende Botschaften des Papstes. Eine Botschaft ist dabei sicher zentral: „Friede braucht Bildung, Kultur, Wahrheit, Dialog und die Achtung der unveräußerlichen Würde jedes Menschen“. Bemerkenswert ist dabei, dass er die Frage nach Frieden mit der tieferen Frage verbindet: „Welches Menschenbild liegt unserer internationalen Zusammenarbeit zugrunde?“

Erwähnenswert ist auch sein Wort an die Jugendlichen, die er ermutigt, nicht in Gleichgültigkeit oder Einsamkeit zu verharren, sondern aus dem Glauben heraus Hoffnung, Freundschaft und neues Leben zu wagen. Das traut er ihnen zu! Die Medien berichten durchweg mit Anerkennung, über alles, was sie in diesen Tagen erleben und bei sonstigen „Demonstrationen“ nicht kennen. Selbst die Polizisten haben nur Gründe zu lachen!

Könnten wir die Botschaft dieser Tage so zusammenfassen? Christen können Hoffnung geben, Brücken bauen und aus der Begegnung mit Christus heraus Leben, Frieden und Liebe in die Gesellschaft tragen. Vielleicht ermutigt es manche dazu, im Blick auf das je eigene Umfeld zu überprüfen, wo sie selbst einen persönlichen Beitrag zu dieser „Eintracht“ leisten können.

Zum Schluss die wichtigste Botschaft von Blanche, der 9-jährigen Nichte eines Priesters, der neben mir in der Nähe des Altares sitzt. Sie hat die Möglichkeit, dem Papst etwas zu sagen, das die Kirche nicht revolutionieren wird, aber vielleicht viel wichtiger ist:

« Vous savez, très Saint-Père, j’aime beaucoup Jésus. » Lui : « C’est très bien. »

„Sie wissen, Heiliger Vater, ich liebe Jesus sehr!“ Er: „Das ist sehr gut!“

Auch hierauf kann man vermutlich nur mit innerer Rührung und gemeinsamer Stille reagieren.

Mit Dankbarkeit für diese besonderen Tage!

Pfarrer Markus Hirlinger