Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


AUSSCHREIBUNG für die Bundesfreiwilligenstelle in unserer Gemeinde - Alle Informationen in der Rubrik: Wer sind wir - Freiwillige - oder direkt auf https://kgparis.eu/freiwillige/

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, also auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntag: 11 Uhr

In französischer Sprache:

Donnerstag und Samstag: 18 Uhr 30

Alle Termine

Angedacht

Mut und Entschlossenheit

 In Paris wurde ein mit vielen Angeboten geplantes Gedenkjahr eröffnet, um die Patronin der Stadt, die Heilige Genoveva bzw. Sainte Geneviève zu würdigen. Es gibt innerhalb dieser Stadt über einhundert Kirchen, in denen Statuen, Bilder, Fresken zu sehen sind, die auf ihre besondere Persönlichkeit und ihr Leben aufmerksam machen.

Ihre Reliquien werden während des ganzen Jahres in die Gemeinden von Paris gebracht, um sich ihrer Bedeutung für das damalige Lutetia und das heutige Paris bewusst zu machen.

Was ist Legende, was ist historisch verifiziert? Welche Rolle hatte sie vor 1600 Jahren? Könnte sie eine solche auch für die Menschen im heutigen Paris haben.

Zwanzig Jahre nach ihrem Tod schrieben Historiker von Genua eine Biografie über sie. Obwohl in sechzehn Jahrhunderten ihre Geschichte sicherlich mit Legenden ergänzt worden ist, kennen wir dennoch einige historische Wurzeln.

Wir wissen, dass sie vor 1600 Jahre in Nanterre als Tochter des zum Christentum konvertierten fränkischen Offiziers Severus und dessen Frau einer Gallierin namens Gerontia geboren wurde. Nachdem ihre Eltern früh verstarben und sie bei ihrer Patentante aufwuchs, weihte der Bischof von Auxerre Geneviève mit vierzehn Jahren zu einem jungfräulichen Leben für Gott.

Als engagierte und erfinderische erwachsene Frau rettete Genoveva die Bevölkerung vor dem Hungertod bei der Belagerung der Stadt Lutetia durch römische Truppen. Ihr gelang es, mit leeren Schiffen aus der Stadt zu entkommen und sie reich beladen zurückzuführen. Der heutige Brauch, am 3. Januar Brötchen zu verschenken erinnert daran.

Vor allem aber wird ausführlich beschrieben, wie es ihr gelang, König Attila mit dessen aus Zentralasien kommenden kriegerischen Hunnen zu vertreiben, als diese in Gallien einfielen und sich im Jahre 451 Lutetia näherten.

Alle Bewohner wollten bei dieser Bedrohung aus der Stadt fliehen um sich in Sicherheit zu bringen. Geneviève aber wagte es, sich den Ratsherren entgegen zu stellen und versuchte, auf der ganzen Insel den Strom der Fliehenden zu stoppen.

In einer leidenschaftlichen Predigt feuerte sie die Männer an, Maßnahmen zur Verteidigung zu ergreifen und ermahnte sie, sich ihres gallischen Patriotismus zu erinnern. Mit Hilfe deren Frauen gelang es ihr, die Männer zum Bleiben, Beten und Handeln zu bewegen.

Auf wundersame Weise fiel Attila nicht in Lutetia ein.  Er wurde später in der Schlacht bei den Katalaunischen Feldern – nahe Troyes – besiegt.

Jede und jeder mag selbst entscheiden, was Wirklichkeit und was Legende sein könnte. Neben manchen „wunderbaren“ Berichten gibt es viele Bezugspunkte, die es uns erlauben, letztlich nicht eine Legende zu feiern, sondern ein Leben, das von Überzeugungskraft, Entschlossenheit und Mut zu verändern zeugt.

Vom Glauben genährt wirkte sie in alltäglichen und außergewöhnlichen Situationen in das konkrete Leben der Menschen hinein, wobei sie immer die Not der Bedürftigen zu lindern suchte. Das Evangelium machte sie zur betenden Mystikerin und zur gestaltenden Politikerin.

Wer heute behauptet Christen sollten sich in einer laizistisch geprägten Gesellschaft aus öffentlichen Debatten heraushalten, müsste mit einer feurigen Gegenrede der Heiligen rechnen.

Der christliche Glaube zieht sich nicht zurück, er zielt darauf, das private und öffentliche Leben zum Wohle aller mitzugestalten. Die Kirche erklärte sie zur Schutzpatronin der Stadt Paris. Die Pariser nahmen sie als heroisches Vorbild.

Wie würde sie die heutigen Herausforderungen in Paris und Frankreich zum gleichberechtigten Wohle aller angehen? Vielleicht kann ein Gedenkjahr ermutigen, jenes Geheimnis neu zu entdecken, das die Heilige Geneviève in der Tiefe ihres Herzens beseelt hat: Ihren Glauben an die Zuwendung Gottes, ihre tätige Nächstenliebe samt ihrem Mut und Zutrauen angesichts größter Herausforderungen und vieles mehr.

Sie starb im Alter von fast neunzig Jahren am 3. Januar 512. Ihr Grab wird in der äußerst sehenswerten, neben dem Pantheon gelegenen Kirche Saint-Étienne-du-Mont in Paris verehrt.

Sie bleibt als Gute Hirtin ein lebendiger und kostbarer Schatz, den wir in den Straßen, Winkeln und Menschen von Paris neu suchen und entdecken dürfen!

Pfarrer Markus Hirlinger

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