
Sankt Albertus Magnus Paris
Katholische Gemeinde deutscher Sprache
So finden Sie uns:
38, rue Spontini
75116 Paris
M° Porte Dauphine
Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!
Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.
Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)
Unsere Gottesdienste
In deutscher Sprache:
Sonntags um 11 Uhr
In französischer Sprache :
Samstags um 18:30 Uhr
Angedacht
„Hab Mut, steh auf!“ Katholikentag 2026
Ein besonderes Glaubenserlebnis steht wieder an, der Katholikentag, in diesem Jahr vom 13. bis 17. Mai in Würzburg. Diese Tage sind mehr als ein großes kirchliches Ereignis, sie sind ein Ort der Begegnung, des Austauschs, des Glaubens – und auch der Ermutigung, sicher auch der Konfrontation und Provokation. Das diesjährige Leitwort lautet: „Hab Mut, steh auf!“. Es ist kurz, klar – und trifft mitten ins Leben.
Dieses Motto stammt aus dem Markusevangelium (Mk 10,49). Dort wird der blinde Bartimäus beschrieben, der am Wegesrand sitzt. Er ist ein Mensch am Boden – ausgeschlossen und ohne Perspektive. Als Jesus vorbeikommt, beginnt er zu rufen, trotz der Stimmen, die ihn zum Schweigen bringen wollen. Und dann geschieht etwas Entscheidendes: Jesus bleibt stehen und lässt ihn rufen. Die Umstehenden sagen zu Bartimäus: „Hab Mut, steh auf, er ruft dich!“
Diese Worte markieren einen Wendepunkt. Bartimäus kann nicht sitzen bleiben. Er wirft seinen Mantel ab, springt auf und geht auf Jesus zu. Ein Mensch, der eben noch am Rand saß, getraut und zeigt sich. Aus Passivität wird Bewegung, aus Dunkelheit wächst Hoffnung.
„Hab Mut, steh auf“ – möchte demnach kein frommer Spruch nur für besondere Momente sein. Es kann ein Wort auch für unser Leben insgesamt und für unseren Alltag sein. Hier und da kennen wir Momente, in denen wir uns am Rand, übersehen oder erschöpft fühlen. Manchmal sind es äußere Umstände wie Unsicherheit im Beruf, Belastungen in der Familie oder Sorgen um die Zukunft oder auch im Blick auf die unsichere weltpolitische Lage mit unabsehbaren Konsequenzen. Manchmal sind es auch innere Erfahrungen wie Zweifel, Angst, Schuld oder das Gefühl, dem nicht genügen zu können, was andere von mir erwarten. Und manchmal kann es auch einfach eine Müdigkeit sein, eine Erschöpfung, die uns lähmt.
In all diese Situationen hinein spricht dieses Motto: Hab Mut. Steh auf. Dabei dürfen wir dieses Wort nicht als Forderung verstehen, die zusätzlich belasten könnte, sondern als Zuspruch, wie eine leise, aber klare Stimme, die uns daran erinnert, dass wir nicht auf das reduziert werden können, was uns gerade niederdrückt.
Der Mut, von dem in diesem Leitwort des Katholikentages die Rede ist, hat nichts mit großen Gesten zu tun. Es muss kein Mut sein, der laut ist oder spektakulär. Es darf der leise Mut sein, der in uns wachsen kann, wenn wir beginnen, den nächsten kleinen Schritt zu wagen, wenn wir ein Gespräch suchen, Hilfe annehmen, uns selbst neu etwas zutrauen oder sogar einfach nur wieder in einen neuen Tag starten, trotz allem, was uns belastet. Dieses Evangelium zeigt uns, dass Mut nicht bedeutet, keine Angst haben zu dürfen, aber dass wir uns von der Angst nicht niederdrücken und festhalten lassen.
Darüber hinaus bedeutet im gesamten Evangelium „aufstehen“ mehr als eine körperliche Bewegung. Es darf als Bild für innere Aufbrüche verstanden werden, für Veränderung und damit für neues Leben. So sind auch wir eingeladen, aufzustehen aus Resignation, die uns einredet, vieles mache keinen Sinn, aufzustehen aus möglichen Schuldgefühlen, die uns klein halten und aus Bequemlichkeit, die uns daran hindert, hier und da Verantwortung für etwas oder jemanden zu übernehmen. Aufstehen heißt, dass wir unser Leben wieder in die Hand nehmen dürfen – im Vertrauen darauf, dass Gott mitgeht.
Der vielleicht wichtigste Teil dieses Bibelwortes ist oft der unscheinbarste, der im Leitwort des Katholikentages nicht aufgenommen wurde: „Er ruft dich.“ Darin liegt die eigentliche Grundlage für alles andere. Nicht wir müssen uns zuerst beweisen, nicht wir müssen stark genug sein. Am Anfang steht ein Ruf, der genau mich meint. Zunächst sieht uns Gott, nimmt uns wahr und dann ruft er uns sogar, jeden und jede von uns, nicht nur die Starken, nicht nur die Erfolgreichen, nicht nur die Glaubensgewissen, sondern gerade auch mich trotz mancher Unsicherheit, im Zweifeln oder in Müdigkeit. Ich darf mich persönlich angesprochen fühlen. Ich darf aufstehen, weil ich gerufen bin.
Der Katholikentag, der alle zwei Jahre stattfindet, dauert nur wenige Tage, doch sein Leitwort darf weit darüber hinaus in unser Leben hineinwirken. „Hab Mut, steh auf“ ist ein Satz für heute, für diese Woche, vielleicht sogar für genau den jetzigen Augenblick. Dabei geht es nicht darum, alles sofort zu verändern, sondern darum, dass wir einen nächsten Schritt zulassen. Vielleicht ist er klein, vielleicht unscheinbar, doch jeder Weg beginnt doch genau damit, dass wir aufstehen.
Falls Sie jetzt gleich vom Sofa, Stuhl oder sonst wo aufstehen, dann nehmen Sie in dieser Bewegung gern diesen Ruf mit hinein, vielleicht leise oder deutlich:
„Hab Mut. Steh auf. Er ruft dich“!
Darauf vertraut ihr Pfarrer Markus Hirlinger