Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


  – – – –  Herzlich willkommen in unserer Gemeinde! – – – – Le samedi 25 juin de 20h à 22h, nous ouvrons les portes de notre église dans le cadre de l’action « La Nuit des églises ». Venez découvrir l’histoire et la richesse de notre patrimoine! Plus d’informations ici. – – – –

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.

Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

Unsere Gottesdienste 

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr 

In französischer Sprache :

Donnerstags und

Samstags um 18:30 Uhr

Alle Termine

Angedacht

Der Heilige Charles de Foucauld (1858-1916)

Seltsam, es waren über 50.000 Menschen auf dem Peterplatz in Rom, die wegen einem einzelnen Menschen kamen, der sich von Menschenmassen verabschiedet hatte und viele Jahre als Einsiedler zurückgezogen in der Wüste lebte.

Über einhundert Jahre nach seinem Tod wurde mit Charles de Foucauld am 15. Mai dieses Jahres ein außergewöhnlicher Mensch heiliggesprochen, dessen Leben mit Brüchen und radikalen Neuaufbrüchen schon vor der Anerkennung durch die Kirche für viele faszinierend war.

Zunächst ließ sich Charles nach dem frühen Tod seiner begüterten Eltern von der nihilistischen Atmosphäre seiner Zeit prägen, in der es bei ihm keinen Platz für Gott gab. Die Vergnügungen, denen er mit dem ererbten Geld nachging, füllten ihn aber nicht wirklich aus.

So versuchte er es ab 1876 sechs Jahre lang als französischer Soldat in der Sahara in Algerien und Marokko. Der dortige Anblick betender Muslime hatte ihn tief beeindruckt und aufgewühlt. Zurück in Paris ging er in die Kirche St. Augustinus und folgte nach seiner ersten Weigerung der Aufforderung des dortigen Priesters niederzuknien und zu beichten. Was er hier erlebte, veränderte sein bisheriges Leben radikal.

Er wurde ein leidenschaftlich Suchender, dem die Liebe Gottes in den Gesichtern geliebter Menschen aufleuchtete. Sein Leben lang ließ er sich vom Evangelium hinterfragen und zögerte nicht, seinem Weg eine neue Richtung zu geben, wenn es darum ging, den von Gott Entferntesten nahe zu sein.

Zunächst trat Charles 1890 in den äußerst strengen Orden der Trappisten ein. Er schrieb bezüglich dieser Entscheidung, dass er nicht in der ersten Klasse durchs Leben fahren möchte, während Jesus es in der letzten durchquert habe. Dennoch war ihm dieses Leben hinter Klostermauern nicht radikal genug. Wenn Gott aus Liebe zum Menschen einen Weg des Abstiegs und der Armut gewählt habe, so wolle auch Charles ein Leben führen, das mit den Armen und Ohnmächtigen solidarisch ist.

Im Jahr 1897 zog es ihn nach Nazareth, an den Ort, an dem Jesus gelebt hatte, um sich dem Geheimnis der Menschwerdung Gottes zu nähern. In diesem Dorf hatte Gott das unscheinbare Leben eines Handwerkers gewählt, um dem gewöhnlichen Alltag der Menschen nahe zu sein. Er erkannte, dass er Gott am nächsten sein könne, wenn er bei den Ärmsten der Armen lebte. So zog es ihn wieder in die Wüste, wo er den Muslimen durch seine Sorge für die Armen und Kranken ein wirklicher Bruder wurde, ohne diese aktiv missionieren zu wollen. Die letzten 15 Jahre seines Lebens verbrachte er mit dem Beduinenstamm der Tuareg.

Die Auswirkungen des Ersten Weltkrieges erreichten mit der Ausbreitung von Gewalt und Unsicherheit auch die Sahara. Am Abend des 1. Dezember 1916 wurde Charles de Foucauld, der sich inzwischen « Kleiner Bruder Karl von Jesus » nannte, von einer Bande bewaffneter Männer überfallen, die bei ihm Waffen und Wertsachen suchten. Ohne Widerstand ließ er sich festnehmen und berauben. Ein junger Mann, der ihn bewachen sollte, hörte das Herannahen von anderen Truppen, verlor die Nerven und erschoss Bruder Karl.

Erst im Jahr 1951, 35 Jahre nach seinem Tod, wurde in Italien die erste Gemeinschaft „Charles de Foucauld“ gegründet, die sich um die Ärmsten und Schwächsten kümmerte.

Heute leben die Mitglieder dieser Gemeinschaft in kleinen mönchsähnlichen offenen Gemeinschaften und wollen dabei die Nächstenliebe und die Liebe Gottes im Tun bezeugen. Alle Menschen sollten sich als Gottes geliebte Kinder erfahren dürfen.

Kann Charles auch für uns, die wir vermutlich weder in die Einsamkeit der Wüste ziehen noch in seine Gemeinschaft eintreten wollen, von Bedeutung sein? Vielleicht kann seine Grundhaltung eine Anregung sein, dass es ihm weniger wichtig erschien, über das Evangelium zu sprechen und es laut von den Dächern zu verkünden, als dieses vielmehr im normalen Alltag bei und mit den Menschen zu leben, die uns umgeben.

Er könnte unser Bewusstsein stärken, dass die Liebe bei den Nächsten gleich nebenan beginnt, bei den Verwandten, Freunden und Bekannten, bei den Nachbarn und natürlich auch bei jenen, die ungebeten an die Tür klopfen.

Darüber hinaus ermutigt er uns, die Augen für die göttliche Dimension im Kleinkram des Alltags zu öffnen, um diesen neu sehen und schätzen zu lernen. Das Besondere an seiner Spiritualität liegt also darin, nichts Besonderes zu suchen. Sondern den Alltag als den Raum anzuerkennen, wo Gott mitten unter uns wohnt. Ein kontemplatives spirituelles Leben könnte sich demnach ebenso in einer übervölkerten Stadt wie Paris, im Lärm, der Straßen entfalten, wie in der Zurückgezogenheit einer Wüste in Marokko oder Algerien!

Das meint

Ihr Pfarrer Markus Hirlinger