Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


Wir freuen uns, ab Samstag 28. November wieder Gottesdienste mit Ihnen feiern zu können. Seien Sie herzlich willkommen!

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr

Anmeldung zu den Gottesdiensten

In französischer Sprache:

Donnerstags und samstags

um 18:30 Uhr

Alle Termine

Angedacht

„In guter Hoffnung“

Mit 17 Jahren ist sie einem Mann namens Josef versprochen und tut, was alle jungen Mädchen damals tun: sich auf ein Leben in der Ehe vorzubereiten, die Eltern zu unterstützen und zu träumen.

Eines Tages taucht etwas Helles auf, ganz anders als alles Bisherige, was Heiliges. Mit Flügeln vielleicht, aber zum Fürchten auch. „In dir bereitet sich etwas Großes vor …!“ Eine Zeugung als Zeichen für das, was wie aus dem Nichts entsteht und nun keimt. Neun Monate wird es reifen. Bei manchen dauert es neun Jahre, oder mehr oder weniger. Was nun geschieht, will einfach nur erwartet werden. Eine grundlose Freude beim Aufwachen, das Weinen ohne Anlass, ein unerklärliches Berührtsein.  Mir selbst zuschauen, was mit mir geschieht. Warten darauf, dass etwas ausgetragen und endlich geboren wird. „Marianische Existenz in guter Hoffnung“, sagen Theologen.

Die Zeit des Advents spielt mit uns ein ernstes Spiel rund um grundlegende Erfahrungen. Diese Zeit spricht die Sprache der Seele, es handelt sich nicht um eine Information, wie die Nachricht aus dem Internet. Der kirchliche Advent erzählt nicht nur von jenem 17-jährigen Mädchen mit dem Engel, sondern von weiteren Verheißungen des Lebens. In Ritualen und kleinen Zeichen erinnert er an das, was immer wieder passiert. Verwendet dafür noch besondere Worte: Horche, Gotteskind! Horch hinein in die großen Räume, die auch noch begehbar sind. Lass dich nicht zu schnell besetzen von Sachen, die dir den Horizont versperren. Bleib ‚jungfräulich‘ empfänglich, denn immerzu kann Großes an dir und mit dir geschehen.

Und was dann entsteht, braucht behutsamen Umgang. Der Entschluss eine weitere Ausbildung zu beginnen, eine Wohnung zu kaufen, sich auf eine neue Beziehung einzulassen, den Glauben keimen zu lassen und neu zu pflegen. Das Kind der 17-jährigen wird von schützenden Träumen, Schafhütern und fernen weisen Gestalten begleitet werden. Was geboren wird, braucht Schutz, noch ist es klein.

Das gleiche gilt für politische Situationen samt betroffener Bevölkerung, für Gesundheitssysteme, für Partner und deren Familien und auch für Kirchen: Auch sie entwickeln sich in sich wiederholenden Geburten und Umbrüchen.

Und Gott, welches ist seine Rolle dabei? So fragen zumindest noch manche.
Er wächst und wächst mit mir zusammen. Er ist es wohl selbst, der in mir in diesen Wandlungen zu sich kommt. Gott – das Ganze meiner Möglichkeiten? Er wäre Hoffnung, Sehnsucht, Engel, Fernweh und meine Antwort darauf. Er entstünde mit mir immer wieder neu. Er würde sich an meiner Geburt freuen, weil er sie in mir miterlebt. Nicht nur in Jesus, sondern in jedem Menschen. Gott wird immerzu gezeugt, ausgetragen und geboren. Nicht jeder steckt in der nun beginnenden Adventszeit in einer biografischen Wandlung. Aber viele kennen Adventliches auch übers Jahr verteilt, Großes und Kleines rührt sich. Die Rituale des Glaubens führen in Lebensrhythmen, in denen Lebendigkeit aufsteigen will. Wow, dafür will ich wach sein!

Jährlich erreicht die Adventszeit mit ihren Düften und Riten alle in einem neuen Zustand. Nie bin ich die gleiche, wie im Jahr zuvor. Am Wiederholten erkenne ich meine Lebendigkeit mit ihren Veränderungen. Letztes Jahr war Großvater noch dabei. Heute fehlt er mir. Vergangenes Jahr konnte ich vor Schmerzen kaum gehen, dieses Jahr geht es wieder. Ich erinnere mich sogar noch an die kindliche Erwartung beim voreiligen Öffnen und Schließen der Heiligabendtür. Hoffentlich erwischt mich keiner!  Mein ganzes Leben samt allen Etappen ist plötzlich präsent in dieser Zeit. Heute kann ich warten und geschehen lassen. Alles in guter Hoffnung! Hoffentlich!

Hofft und wünscht für den immer wieder neu beginnenden Advent!

Ihr Markus Hirlinger