Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


Wir wünschen allen eine BONNE RENTREE! – – – – –  Anmeldungen zur Erstkommunion 2022 und Firmung 2022 sind eröffnet.  Wir freuen uns auf Sie und Ihre Kinder! – – – – –  Unser digitales Zusatzangebot steht Ihnen weiterhin zur Verfügung.  

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.

Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Gottesdienste Oktober:

In deutscher Sprache:

Sonntags um 11 Uhr 

Anmeldung hier

In französischer Sprache :

Samstags um 18:30 Uhr

Alle Termine

Angedacht

   Weltsynode und Bundestagwahl

In wenigen Tagen wissen wir, wer in Deutschland die politischen Weichen für die nächsten Jahre neu ausrichten wird. An einem einzigen Tag wird eine wegweisende Entscheidung getroffen, die sich auf die Zukunft eines ganzen Volkes und darüber hinaus auswirken wird. Welch eine Macht und Verantwortung, die danach auf eine einzelne Person samt ihrer Regierung konzentriert wird!

In der katholischen Kirche zeigt sich in diesen Tagen ein bemerkenswerter umgekehrter Prozess. Papst Franziskus, der mit 84 Lebensjahren und nach 8 Jahren im Amt nicht amtsmüde geworden ist, teilt seine Macht. Er ermutigt die Menschen, sich weltweit auf einen Weg zu begeben, der die Kirche von der Basis kommend reformieren soll. Welch ein Wagnis in einer grundsätzlich hierarchisch strukturierten Kirchenverfassung. Vermutlich ist dies eine kluge Vorgehensweise, um eine Polarisierung oder gar Spaltung in der Kirche zu verhindern, die wahrscheinlicher wäre, wenn er seine Reformanliegen für die Kirche allein entscheiden würde.

Papst Franziskus will ein gemeinsames Nachdenken über Grundfragen von Kirche über die sogenannte „Synodalität“ der Kirche eröffnen. Hierzu beruft er eine Weltsynode ein, die am 9. Oktober beginnt und über zwei Jahre auf unterschiedlichen kirchlichen Ebenen Fragen zur Synodalität bewerten und der Kirche ein neues Gesicht verleihen soll. Angefangen bei den Diözesen, die am 17. Oktober in den Prozess einsteigen sollen, gefolgt von dem Prozess auf Kontinentalebene. Dieser mündet in die Versammlung einer Bischofssynode im Oktober 2023 in Rom.

Synodalität sei weder ein Slogan oder eine Mode. Es sei vielmehr das Wesen der Kirche, erklärte Franziskus. Im Griechischen bedeutet „syn-odos“ „gemeinsamer Weg“. Neu ist nicht nur der geografische Umfang, sondern auch die Beteiligung von mehr Mitwirkenden als bei Synoden unter anderen Päpsten. Wir könnten daraus schließen, dass Papst Franziskus nicht nur einen offenen Weg, sondern auch einen offenen Ausgang zulassen möchte. Das wäre bemerkenswert für unsere Kirche.

Papst Franziskus ermutigt, eine Haltung des Hörens aufeinander und auf den Heiligen Geist einzunehmen, der wie der Wind weht, wo er will. Wir sollen dabei für die Überraschungen offenbleiben, die er entlang des Weges für uns bereithält.

Wir dürfen gespannt sein, wer dann entscheiden wird, welche Überraschungen vom Heiligen Geist kommen dürfen und welche nicht. Es scheint, dass Papst Franziskus von diesem wesentlichen Gedanken des Zweiten Vatikanischen Konzils überzeugt ist, in dem es unterstrichen hat, dass nicht die Obersten in der Kirchenhierarchie, sondern die Gesamtheit der Gläubigen, Kraft der Salbung des Hl. Geistes, die alle in der Taufe empfangen haben, „im Glauben nicht irren kann“.

Alle müssten dabei bereit sein, sich befragen zu lassen. « Habt keine Angst, in den Dialog zu treten », fügte der Papst hinzu, « lasst euch vom Dialog bewegen » und « seid auf Überraschungen gefasst ».

Erfreulich ist, dass die katholische Kirche in Deutschland schon im Jahr 2019 einen „Synodalen Weg“ als Reformprojekt begonnen hat. Die Gemeinden wurden ein Jahr lang aufgefordert Themen zu sammeln. Aus diesen haben sich vier Bereiche herauskristallisiert, die in vier Foren diskutiert werden: Sexualmoral, priesterliche Lebensform, Macht und Gewaltenteilung sowie die Rolle von Frauen in der Kirche. Die nächste Vollversammlung der 200 Delegierten findet Ende September in Frankfurt statt. Ob sich die Beteiligten einigen können?

Es heißt, dass sie zum Teil äußerst kontrovers, oft mit schneidend scharfen Argumenten um ihre Positionen kämpfen. Um Abspaltung, Schisma und Gegeneinander zu verhindern, sollten auch wir selbst uns immer wieder selbstkritisch fragen: Kann ich zulassen, dass in dem, was mir an gegensätzlichen Überzeugungen begegnet, eine wichtige Botschaft, ggf. eine Horizonterweiterung liegen könnte?

Man darf gespannt sein, ob es in der deutschen Kirche Überraschungen geben wird und um wieviel mehr dann auf weltkirchlicher Ebene! Mit diesem Weg wird sich zeigen, ob die Kirche, die sich stets als Geschenk Gottes an die Menschen verstanden fühlen möchte, noch die Kraft hat, bei den Menschen zu sein und sogar eine neue prägende Kraft auch für das gesellschaftliche Miteinander entwickeln wird.

Ob dies der Politik gelingt, ist eine ähnliche Frage. Auch hier sind Fliehkräfte und Polarisierungen unübersehbar und auch hier geht es um das offene Ohr und die Nähe zu den Menschen. Jedenfalls dürfen wir äußerst gespannt sein, wo die Wählerinnen und Wähler am Sonntag ihr Kreuz machen und was die Gewählten daraus machen werden,

meint ihr Pfarrer Markus Hirlinger