Sankt Albertus Magnus Paris

Katholische Gemeinde deutscher Sprache


AUSSCHREIBUNG für die Bundesfreiwilligenstelle in unserer Gemeinde - Alle Informationen in der Rubrik: Wer sind wir - Freiwillige - oder direkt auf https://kgparis.eu/freiwillige/

So finden Sie uns:

38, rue Spontini

75116 Paris

M° Porte Dauphine

Wegbeschreibung

Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!

Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen. Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, also auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)

 Regelmäßige Gottesdienste:

In deutscher Sprache:

Sonntag: 11 Uhr

In französischer Sprache:

Donnerstag und Samstag: 18 Uhr 30

Alle Termine

Angedacht

„Enttäuschend und feige oder klug und mutig“!

So verschieden sind die Reaktionen der Katholiken in aller Welt, die das nachsynodale Schreiben « Querida Amazonia » von Papst Franziskus bewerten. „Was soll jetzt noch passieren?“, „Papst Franziskus hat seine Chance verspielt!“, so reagieren deutschsprachige Zeitungen zu dem Mitte Februar veröffentlichten Amazonas-Schreiben von Papst Franziskus.

Der lateinamerikanische Bischofsrat CELAM hingegen dankt dem Papst für dieses Schreiben und Erzbischof Fernandez von Argentinien würdigte es als den « vielleicht schönsten Text, den Franziskus bislang verfasst hat ». Wie kommt es zu dieser unterschiedlichen Bewertung? Wer übersieht da etwas?

Die Kritik, vor allem in Europa, richtet sich zumeist auf zwei Punkte – die ausgebliebene Lockerung des Pflichtzölibats für Priester und die fehlende Erlaubnis, Frauen zu Diakoninnen zu weihen. In der Tat greift Franziskus den Vorschlag, in pastoral unterversorgten Gemeinden des Amazonasgebiets auch entsprechend ausgebildete Familienväter zu Priestern weihen zu können, nicht explizit auf.

Warum scheinen viele Vertreter in der Amazonasregion mit der Reaktion des Papstes trotzdem sehr zufrieden zu sein?

Möglicherweise können sie besser auch zwischen den Zeilen lesen: Statt einzelne Anregungen aus der Synode mit der Autorität seines Amtes zu bewerten, stellt Franziskus die Aussagen des Schlussdokuments lediglich offiziell vor und gibt diesem selbst damit höchste Autorität. Er schreibt in der Einleitung ausdrücklich, dass er das Abschlussdokument der Synode nicht aufhebt. Er lässt dieses für sich sprechen und trifft keine Entscheidung vom Papstthron herab, sondern regt an, den synodalen Prozess gemeinsam und mutig fortzusetzen.

Der Papst stellt den Konflikt des Zölibats damit auf eine höhere Ebene mit reformerischer Tragweite. Das erklärt er am Ende seines Schreibens, wo er auf das zentrale Anliegen der Inkulturation des Evangeliums verweist und dieses mit der synodalen Vorgehensweise eines Entscheidungsprozesses verknüpft.

Alle Entwicklungen sollen synodal im gemeinsamen Abwägen vor Ort geschehen, und nicht dank einsamer päpstlicher Entscheidungen. „Nicht jede Entscheidung müsse in der Kirche das Lehramt treffen“, so Papst Franziskus.

Dies zeigt sich anschaulich am Thema der Herausforderung der Inkulturation in Amazonien. Hierzu bemerkt der Papst, dass die Römische Kurie davon „keine Ahnung habe“. Vermutlich darf man hier sein Augenzwinkern hinzudenken. D.h. es gäbe kulturell gewachsene Lebenssituationen, die nicht von außen angemessen bewertet oder gar entschieden werden können! Papst Franziskus unterstützt damit die Bewertung und Entscheidung, welche die Kirche vor Ort in ihrem dreiwöchigen Beratungsprozess vom 6. bis 27. Oktober 2019 vollzogen hat.

Wow, das kommt einer Revolution auch hinsichtlich anderer Entscheidungsprozesse gleich, was wir Europäer vermutlich noch gar nicht in unser bisheriges strukturiertes Denken einfügen können.

Papstzentriert schauen wir darauf, die Erlaubnis des Papstes in den beiden oben genannten Themen zu erhalten. Damit laufen wir Gefahr, die Menschen in der Amazonassynode und deren Themen zugunsten unserer Anliegen zu übersehen.

Wir würden die die mehr als 100 Punkte des Synoden-Schlussdokuments von 2019 übersehen. Das kann nicht im Interesse der indigenen Völker Amazoniens sein, die das Papstschreiben mit großer Hoffnung und Zuversicht aufgenommen haben. Die Amazonassynode stand unter dem Thema „Amazonien – neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“! „Und sie bewegt sich doch“, könnten wir anerkennend ergänzen!

Die in dem Schreiben von Franziskus geschilderten « Träume » gehen weit über den Zölibat und die Ämterfrage hinaus. Seine Worte sind ein kraftvolles Eintreten für einen interkulturellen Dialog und eine integrale Ökologie. Er lenkt den Blick der Weltkirche auf die pastorale Notlage in einer vernachlässigten, ausgebeuteten Peripherieregion. Dabei schreibt er keine starren Lösungswege vor, sondern hält die synodale Entwicklung bewusst offen.

Es hat den Anschein, als habe die Kirche in Lateinamerika am ehesten verstanden, was der argentinische Papst mit « Querida Amazonia », „geliebtes Amazonien“, sagen wollte. Geschwiegen hat Franziskus jedenfalls nicht.

Vermutlich war er im Blick auf seine Gegner klüger und mutiger als wir zunächst ahnen können!

Ob dies auch für den Synodalen Weg in Deutschland gilt?

Das werden kluge und mutige Menschen hoffentlich gemeinsam entscheiden!

Das meint ihr Pfarrer Markus Hirlinger

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