
Sankt Albertus Magnus Paris
Katholische Gemeinde deutscher Sprache
Seien Sie herzlich willkommen…

…in unserer deutschsprachigen katholischen Kirchengemeinde Sankt Albertus Magnus in Paris! Wir freuen uns, wenn Sie sich für uns interessieren und uns wenn möglich in echt besuchen!
Unsere Gemeinde ist ein besonderer Ort in Paris! Er bietet ihnen eine sprachliche und religiöse Heimat in einem angenehmen und dynamischen Rahmen.
Hier treffen sich Deutsche und Franzosen, Österreicher und Norddeutsche, Schweizer und Schwaben und feiern zusammen Gottesdienst oder unternehmen etwas gemeinsam. Wir heißen Sie sowohl in unserer Gemeinde, als auch auf unserer Homepage willkommen! (mehr…)
Angedacht
Mehr als eine Diät
Fasten zwischen Aschermittwoch und Ostern ist längst Mode geworden, wovon man in vielen Gesundheitszeitschriften lesen kann. Eine selbst auferlegte Unterbrechung des Lebensstils, kein harter Einschnitt, nur eine kleine Diät, nur ein bisschen weglassen. Den Schülern fällt bei Verzicht sofort ein: Weniger Hausaufgaben, weniger Aufräumen, weniger Lernen.
„Nein, ihr müsst auf etwas verzichten, das euch ein wenig weh tut“, ermutigt die Grundschullehrerin, sich noch etwas anderes auszudenken. Schon nennen sie: „Gummibärchen, Handy und die Lieblingsserie“. Auch die Erwachsenen wissen, dass es um mehr geht als um die drei „Ks“, die häufig eine zu große Rolle spielen: Konsum, Kalorien und Komfort. Es geht darum Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden, Prioritäten neu zu setzen, sich mit sich selbst auseinanderzusetzen.
Alles in Ordnung, aber ist damit der Sinn des Fastens erfasst? Der tiefe Sinn des Fastens ist kein Selbstzweck, da muss noch mehr damit verbunden sein. Es hat selbstverständlich auch mit dem Leben Jesu zu tun, seiner Botschaft und seinem Sterben. Es ist auch die Zeit der Buße, die 40 Tage vor Ostern mit dem Aschenkreuz am Aschermittwoch begonnen hat. Der Blick möchte darauf gerichtet werden, was im Leben weniger in Ordnung ist. Es könnte mit den Fragen zusammenhängen: „Was ist aus meinem Leben geworden und wer könnte ich aus Gottes Perspektive sein, wo habe ich Schuld auf mich geladen?“ Gibt es Berührungspunkte mit der Lebens- und Leidensgeschichte Jesu, der in Treue zu seiner Botschaft und aus Liebe zu den Menschen sich selbst weniger wichtig genommen hat.
Das Fasten eröffnet den Blick auf jenen Gott, den Jesus personifiziert, einen Gott der leidenschaftlich mitleidet, der sich solidarisch zeigt und unter dem Leiden der Menschen leidet. In christlich geprägten Kulturen halten Menschen deshalb den Blick auf den Gekreuzigten aus und mit diesem Christusbild vor Augen, lassen auch sie sich vom Leiden anderer Menschen anrühren und versuchen entsprechend zu handeln.
Das Aushalten dieser Wirklichkeit scheint besser zu gehen, wenn wir jetzt in Blick nehmen, was nach der Fastenzeit kommen wird. Denn die Fastenzeit ist eine Zeit des Übergangs, eine Zeit, in der Neuanfänge in den Blick geraten. Wenn wir es schaffen nach und nach wegzusehen vom eigenen gekränkten und begrenzten Ich.
Stattdessen auf das verborgene andere blicken, woher im Tiefsten Hilfe kommt. Das heißt weniger auf eine Selbsterlösung zu setzen, die durch eigenen Verzicht erarbeitet werden muss, sondern sich auf jene andere Kraft zu besinnen, welche größer und älter ist als man selbst. Eine Kraft, durch die in jener alten Geschichte vom Leben, Leiden, Sterben und Auferstehen des Gottessohnes Jesus Christus das eigene Menschsein eine tiefgreifende Wendung bekommt.
Ein Fasten wie es in einer Modezeitschrift oder einem Gesundheitsmagazin empfohlen wird, kann völlig in Ordnung sein. Die eigentliche Tiefe, welche aus religiöser oder christlicher Sicht möglich ist, erreicht das Fasten allerdings erst dann, wenn es nicht bei sich selbst endet.
Auf Gummibärchen und Wein verzichten, leichter werden, konzentrierter sein, das ist ein hilfreicher Einstieg in einen Vorraum, der aber in einen Festsaal führen möchte. Aus diesem ist schon österliche Musik und Leben in Fülle zu vernehmen, welches uns durch den auferstandenen Christus entgegenstrahlt und mit Freude, Licht und Liebe erfüllen wird!
Welche Vorfreude schon in der Mitte der Fastenzeit!
Pfarrer Markus Hirlinger