Aperitifgespräch mit  Dr. Bernhard Schauberger zum Thema Klimawandel

Ergänzend zu unserem Thema „Welt und Umwelt“ des letzten Gemeindebriefes hielt Herr Dr. Bernhard Schauberger vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK)  am 13. Oktober 2019 einen Vortrag zum Thema „Klimawandel, Klimaskepsis und die Landwirtschaft“.

Dass wir heute nicht mehr von Extremwetter, sondern wirklich von Klimawandel sprechen müssen, liegt an den vom Menschen verursachten Emissionen von Treibhausgasen seit der Industrialisierung, zum Beispiel durch den zunehmenden Verkehr, die Energieproduktion (vor allem durch Kohlekraftwerke auch in Deutschland) oder eine nicht nachhaltige Landnutzung. Sie tragen zu einem immensen CO2-Ausstoß bei und verstärken somit den natürlichen Treibhauseffekt.

Sollten wir die Erderwärmung bis 2100 nicht unter 1,5-2°C halten, könnten unumkehrbare Kippelemente, wie das Abschmelzen des Eises in Grönland oder das Absterben nahezu aller Korallenriffe weltweit, unseren Planeten völlig verändern. Bei einem schnell voranschreitenden Klimawandel könnte durch das Abschmelzen der Antarktis selbst Berlin unter Wasser stehen. Hitzewellen würden länger dauern und heißer werden und in manchen Gegenden die Grenzen für menschliches Überleben überschreiten. Gleichzeitig – bedingt durch einen chaotischeren Jetstream in der oberen Troposphäre – könnten auch Überflutungen oder Kältewellen zunehmen. Insgesamt würden bei einer Erderwärmung von 4 bis 5 °C die Überlebenschancen der Menschheit in ihrer heutigen Form deutlich infrage gestellt.

Ganze Landstriche müssten wegen Unbewohnbarkeit (erhöhter Meeresspiegel, Desertifikation, Hitze) verlassen werden. Menschen würden noch stärker in Städte oder neue Länder ziehen, was zu zusätzlichen sozialen Brandherden führen könnte. Wenn wir 2015 noch 1 Million Flüchtlinge zählten, könnte diese Zahl Ende unseres Jahrhunderts 2 Milliarden erreichen!

Unsere Wirtschaft und unsere Ernährungsweise werden sich anpassen müssen. Was können wir konkret tun, um den Klimawandel zu stoppen?

In Deutschland ist der alleinige Ausstieg aus der Kohlekraft ungenügend und bis 2038 vor allem zu langsam. Frankreich zum Beispiel hat dieses Problem aufgrund der Nutzung von Atomkraft nicht. Das Problem bleibt nichtsdestotrotz global. Herr Schauberger wies auf einige Möglichkeiten hin:

  • Bessere Isolierung der Häuser
  • Verzicht auf Flugreisen
  • Nachhaltige Produktionsprozesse
  • Alternative Energiequellen
  • Verzicht auf Fleischkonsum (was auch der Gesundheit zugute kommt)
  • Neue Wirtschaftsmodelle ohne fossile Abhängigkeiten
  • Lenkendes Eingreifen der Politik durch Bepreisung von Verschmutzungsrechten
  • „Grüne“ Wahl bei der Geldanlage
  • Unterstützung von Aktionen wie Fridays for Future oder Plant for the Planet, um den Druck auf die Politik zu erhöhen

Leider gibt es auch Klimaskeptiker, vor allem multinationale Firmen wie Shell und Exxon, deren Geschäftsmodelle durch den Klimawandel bedroht sind. Sie finanzieren u.a. pseudo-wissenschaftliche Studien, um Zweifel am Klimawandel zu verbreiten – welche jedoch wissenschaftlich nicht haltbar sind (zum Beispiel durch selektive Dateninterpretation). Ganz klar stehen hier wirtschaftliche Interessen im Vordergrund, die infrage gestellt werden müssen. Das Überleben unseres Planeten und unserer Menschheit muss oberste Priorität haben, und dafür müssen wir den Klimawandel als existenzielle Bedrohung für unsere Zivilisation anerkennen.

Überzeugen Sie sich selbst:

http://www.klimafakten.de

https://scilogs.spektrum.de/klimalounge

http://www.pik-potsdam.de/~stefan

http://www.klimafolgenonline.com

https://skepticalscience.com

https://www.ipcc.ch

Sabine Salat